Trimetazidin: Herzmedikament als Doping-Mittel

Trimetazidin wird seit Jahrzehnten zur Prophylaxe der Angina pectoris eingesetzt. In Deutschland befindet sich aktuell kein Präparat mit dem metabolischen Wirkstoff am Markt. Die vor Ischämie schützende Wirkung basiert auf einen Eingriff in den Zellstoffwechsel. Durch eine Verminderung der Fettsäureoxidation verbessert Trimetazidin die Glukoseoxidation – Energiereserven der Zelle können besser genutzt werden. Wirkungen auf den Blutdruck oder die Herzfrequenz bleiben aus.

Immer noch ein bisschen besser

Durch Doping mit Trimetazidin soll die Leistung des Herzens gesteigert werden. Durch die Einnahme der Tabletten fokussiert sich das Herz – vereinfacht gesagt – auf die Energiebereitstellung durch Glukose. Glukose kann vom Körper leichter in Energie umgewandelt werden als Fett. Der Herzmuskel pumpt dann auch unter hoher Beanspruchung weiterhin ausreichend Blut in den Organismus, ohne dass der/die Sportler:in das Gefühl von Erschöpfung erfährt. Die Leistung des Herzens – vor allem vom Herzmuskel – wird noch ein wenig „verbessert“.

In der EU ist der Wirkstoff seit Längerem umstritten. So schloss die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bereits vor zehn Jahren eine Überprüfung des Wirkstoffes hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit ab. Im Zuge dessen wurden alle Indikationen außer der Anwendung bei Angina pectoris aufgrund eines schlechten Nutzen-Risiko-Profils gestrichen. „Für die symptomatische Behandlung von Tinnitus, Schwindel und Gesichtsfeldstörungen gelangte die EMA zu dem Schluss, dass der Nutzen die Risiken nicht mehr überwiegt und diese Anwendungen nicht mehr zugelassen werden sollten. Darüber hinaus empfahl der Ausschuss neue Kontraindikationen und Warnhinweise, um das mögliche Risiko von Bewegungsstörungen im Zusammenhang mit der Anwendung dieses Arzneimittels zu verringern und zu kontrollieren“, hieß es in der damaligen Bewertung.

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Zur Prüfung veranlasst wurde die EMA durch die französische Arzneimittelzulassungsbehörde. Diese wies auf methodische Schwächen der jeweiligen Zulassungsstudien hin, sodass nach Ansicht der Behörde eine Wirksamkeit in keiner der Indikationen ausreichend nachgewiesen werden konnte. Darüber hinaus kam es zu Berichten über die Ausbildung eines Parkinson-Syndroms als unerwünschte Arzneimittelwirkung. Laut den Meldungen wurden diese Symptome bei einigen Patient:innen ohne Parkinson-Syndrom in der Vorgeschichte beobachtet. Nach Beendigung der Therapie klangen die Symptome wieder ab.

Nach der Indikationseinschränkung in der Medizin folgte 2014 das Verbot im Sport. Da sich durch Trimetazidin der Moment der Muskelübersäuerung nach hinten verschieben lässt und dadurch die Leistung gesteigert wird, dürfen Sportler:innen diese Substanz nicht einnehmen.

Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören Benommenheit und Kopfschmerzen, abdominelle Schmerzen, Diarrhö, Dyspepsie, Übelkeit und Erbrechen, Ausschlag, Pruritus, Urtikaria und Asthenie (Kraftlosigkeit). Erfahrungswerte über unerwünschte Arzneimittelwirkungen und allgemeine Folgen der Einnahme bei jungen und gesunden Personen liegen nicht vor.

Lange Doping-Liste – kein Ende in Sicht

Trimetazidin ist natürlich nur ein Beispiel für Doping im Sport. Je nach Sportart kommen unterschiedliche Substanzen zum Einsatz. Neben dem Blutdoping (Erhöhung der Erythrozytenzahl) kommen Stimulantien zum Einsatz, die Ermüdungserscheinungen verhindern. Neben Amphetamin gehört beispielsweise auch Ephedrin zu den Aufputschmitteln. Eine weitere große Gruppe der Dopingmittel sind die Anabolika. Anabole Steroidhormone wurden bereits in den 1970er Jahren verboten. Im Bereich des Bodybuildings setzen auch viele Hobbysportler auf die Wirkung der Substanzen (Nandrolon, Metandienon, Stanozolol und Metenolon). Der Einsatz von Dopingmitteln erfolgt auch aus anderen Gründen: So nutzen Boxer:innen Diuretika um ausreichend Gewicht zu verlieren um in eine andere Gewichtsklasse zu fallen.

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Übrigens: In Russland widmen sich einige Ärzt:innen der Entwicklung neuer Methoden zur Leistungssteigerung – ganz offiziell und am besten mit Zulassung. Auch der Mannschaftsarzt von Kamila Walijewa, Filipp Shvetskyi, forscht laut Recherchen der ARD-Sportschauan Therapien, die leistungssteigernd wirken und dennoch im Sport zugelassen werden sollen. Er wurde aufgrund von Doping-Fällen in der Vergangenheit zeitweise gesperrt. Aktuell arbeitet er an einem inhalativem Einsatz von Xenon zur Leistungssteigerung und will das Verfahren patentieren lassen. Dabei regt das Edelgas die Produktion von Erythropoietin – kurz EPO – an, eine Substanz die ebenalls auf der Liste der verbotenen Substanzen steht. Der Einsatz von Xenon ist dabei nicht neu, bereits seit Jahren liegen Berichte über den Einsatz zur Leistungssteigerung vor.

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